Wir reden oft über Freiheit, als wäre sie ein Ort, den man irgendwann erreicht. Ein Zustand, der sich einstellt, wenn genug Geld da ist, genug Zeit, genug Mut. Doch Freiheit ist selten ein Ergebnis. Sie ist fast immer eine Entscheidung.
Gezähmte Vögel träumen von Freiheit, weil sie sie nicht kennen. Sie verwechseln sie mit Sicherheit, mit Ruhe, mit einem Leben ohne Reibung. Sie erzählen Geschichten über Fliegen, ohne jemals die Thermik gespürt zu haben.
Freie Vögel dagegen sprechen kaum über Freiheit. Sie sprechen über Verantwortung. Weil sie wissen, dass Freiheit kein Geschenk ist, sondern eine Konsequenz. Eine Konsequenz aus Klarheit, aus Selbstführung, aus der Bereitschaft, sich selbst ernst zu nehmen.
Freiheit ist kein Versprechen.
Sie ist eine Praxis.
Und sie beginnt jeden Tag neu.
In einem inneren Raum, der nur entsteht, wenn wir uns selbst zuhören. In einer Stille, in der nichts beschönigt werden muss.

